MES Racing-Team: Der finale 9. Lauf im Hafeneger-Cup 2015

Das MES-Racing Team beendet die Saison im Hafeneger-Cup 2015. Anbei befindet sich ein Bericht über das finale Rennen: 

Schluss, aus, Ende! Vorbei ist die Saison 2015 für das MES Racing-Team. Leider ist es schon wieder soweit. Doch zuvor stand am vergangenen Wochenende, dem 18. und 19.9., noch der finale Lauf im Hafeneger-Cup 2015 in Oschersleben an.

Wir reisten am Donnerstag in voller MES Racing-Team Besetzung an. Schnell Box 16 eingeräumt und alles hergerichtet, um störungsfrei für das letzte Rennen vorbereitet zu sein. Hoffentlich würde das Wetter mitspielen. Denn wir hatten ja in der Vergangenheit teilweise leider etwas Pech damit. 

Doch wir hatten schließlich ein Ziel vor Augen und das lautete: im Rennen mindestens den sechsten Platz einfahren! Warum genau den sechsten? Das lässt sich einfach erklären. Denn nach dem letzten Lauf in Most stand Andree mit 61 Punkten auf dem sechsten Rang in der Meisterschaft hinter Rafael Fehr mit 70 Punkten. Rafael konnte am finalen Rennen leider nicht teilnehmen und so war es möglich, mit 10 Punkten in der Gesamtjahreswertung noch an ihm vorbeizugehen. Rafael hatte 2014 übrigens den Cup gewinnen können. Somit war die Aufgabe klar. 

Um Sechster im Rennen zu werden, musste bei dem starken Fahrerfeld schon in den Qualis alles gegeben werden. Ein Startplatz unter den ersten acht wäre da sehr hilfreich. Also raus zum ersten Turn. Freitagmorgen, 8.30 Uhr, 14 °C und stark bedeckter Himmel. Na, toll! Dafür ist man aufgestanden? Aber es half nichts. Klamotten an und raus auf die Strecke. Die ersten Meter auf der Strecke und schon kamen fette Regentropfen vom Himmel. Es war so rutschig auf der Strecke, dass selbst mit Schneckentempo die TC durchgehend signalisierte, das null Gripp vorhanden war. So machte das alles keinen Sinn. Die Gefahr auszurutschen war zu groß. Es blieb nichts anderes übrig, als wieder in die Box zu fahren.

Bis zum nächsten Turn dauerte es noch ca. 1 Std. In der Zeit wurde das Wetter auch wieder besser und man konnte es nochmals probieren. Also, neuer Anlauf und fest das Ziel von einer guten Rundenzeit vor Augen. Leider war es immer noch ein wenig kalt und vor allem ohne Grip. Was war hier nur los? Die Erklärung war schnell gefunden. Die DTM war eine Woche vorher in Oschersleben zu Gast gewesen und hatte einen Haufen Gummi auf der Strecke gelassen. Das funktioniert nur, wenn es richtig warm ist. Dann kommt man mit dem Mopped da gut zurecht. So ging aber gar nichts. Die Rundenzeiten waren durchweg schlecht. 

Zudem hörte sich die BMW auch etwas komisch an - als ob einer mit einer Ducati die ganze Zeit hinterherfahren würde. Die klingen ja generell so „kaputt“. Ende der Start/ Ziel hörte man dann ganz deutlich, dass der Auspuff unten am Krümmer komplett undicht war. Verdammt! Wir hatten doch eine Aufgabe zu erfüllen … Zurück in der Box war schon direkt zu sehen, was los war. An dem Krümmer war die Lambdasondenbefestigung abgerissen. Ein Loch so groß wie ein 2€-Stück. Mist! Mist! Mist! 

Was tun? Nach kurzer Überlegung stand fest, dass sich das keinesfalls notdürftig würde flicken lassen. Also, alles auseinanderschrauben und schnell in die Stadt fahren, um jemanden zu suchen, der das schweißen konnte.  Zum Glück war es Freitagmorgen und somit ließ sich auch schnell ein Metallverarbeiter finden. Dieser begrüßte mich mit den Worten: „Ah, Auspuff schweißen? Kein Problem … machen wir ständig für die Leute hier am Ring!“ 

Ok, Glück im Unglück. Ruckzuck war das Loch wieder, wie es sein sollte. Dicht! Nach erfolgreicher OP schnell wieder zurück an die Strecke und das Mopped wieder zusammenschrauben. Das hatten wir ja mittlerweile richtig drauf. Alles zusammen, kurzer Check: läuft! 

Das nächste Quali gehörte wieder uns. Leider ging es nicht wirklich viel schneller und somit stand für Samstag nur der 12. Startplatz für Andree auf der Liste. Na, toll! Es waren zwar zwei Gaststarter vor ihm, aber er musste trotzdem unbedingt sechster im Cup-Rennen werden. Mit Startplatz 12 und den bisherigen Starts (bis auf den letzten im zweiten Lauf Most) war das immer kontraproduktiv für gute Endresultate. Aber, kann man machen nix! 

Das Wetter hielt. In die Startaufstellung gefahren und eine Warm-up-Lap absolviert. Start: Ampel an, Ampel aus! Und: man glaubt es nicht … ein Granatenstart! Von Platz 12 fuhr Andree vor auf Platz 6. Yes, Babbyyy, es läuft. Nach gefühlten 100 Rennstarts wusste er jetzt endlich, wie das mit der BMW geht.

Es hatte sich sofort eine große Gruppe gebildet. Insgesamt sieben Fahrer, die sich absolut auf Augenhöhe bewegen. Wenn man dort einen Fehler macht, wird man direkt bestraft! So ging es bis zur Runde 7 oder 8 immer sehr eng zu.

Ende der Gegengeraden fuhr der Führende aus der Gruppe dann ein Stück geradeaus. Aber genau in dem Moment bremste sich der Fahrer direkt hinter Andree vor sein Vorderrad. Meine Güte, war das hektisch! 

Doch weiter gings. Ende der Gegengeraden in der nächsten Runde bremste Andree den vor ihm Fahrenden dann aus. Klar, letzte Runde hatte er sich da verbremst. Jetzt hatte er Angst, da zu spät zu ankern. Der Plan ging auf.  Mit 0,15 Sekunden wurde Andree sechster in der Cup-Wertung. Genau die Anzahl an Punkten, die für den 5. Gesamtrang nötig waren.  Super, wenn ein Plan funktioniert.

Am Abend war dann bei dem Abschlussfest von Hafeneger die Siegerehrung. Ein geiles Event. Livemusik, alle gestörten Fahrer auf einem Fleck. Die Übergabe der Pokale wurde richtig gefeiert. Als Andree zum 5. Platz der Gesamtjahreswertung aufgerufen wurde, hörte man von ihm durch das ganze Zelt „Schaalaalaalaaa …“ 

Damit geht ein tolles und spannendes Motorradjahr zu Ende. Das MES Racing-Team möchte sich ganz herzlich bei Euch für die tolle Unterstützung  bedanken. Nächstes Jahr wird’s noch besser. Versprochen!

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