3. Event zum Hafeneger Cup in Oschersleben

Am letzten Wochenende war es wieder soweit - das dritte Event im Hafeneger-Cup 2016 stand an. Also rollten wir freitags wieder Richtung Rennstrecke, genauer gesagt in die Magdeburger Börde nach Oschersleben, um am Samstag und Sonntag zu trainieren und ein Rennen zu absolvieren. Die Anreise verlief für Andree sehr entspannt, da er durch seine Familie begleitet und unterstützt wurde. Das konnte nur ein gutes Wochenende werden!

Die anderen Teammitglieder Karin und Jo waren schon vor Ort, da sie am Donnerstag und Freitag im Rahmen einer Trainingsveranstaltung die Strecke schon mal „probegefahren“ hatten. Man weiß ja nicht, was sich da alles so zwischenzeitlich geändert hatte. Zu Andrees Überraschung war jedoch alles gleich geblieben. Die Strecke hatte keine neuen Kurven, Ecken oder Geraden bekommen und war in einem top Zustand. Das ließ für das Wochenende hoffen. 

„Hoffen“ war auch das richtige Wort für das Wetter. Für einen normalen Juni ist es ja, nennen wir es mal, nass. Wenn das mal nicht untertrieben ist. Doch die Börde zeigte sich zunächst von ihrer Sonnenseite und belohnte uns mit angenehmen trockenen Bedingungen.

Samstagmorgen ging es mit dem Training bzw. mit dem Quali los. Um 8.30 Uhr war der erste Turn für die Gruppe „Racer“ und Andree konnte schon im ungeliebten ersten Turn eine ganz ordentliche Performance zeigen. Mit konstanten 1:34er Zeiten war er vormittags immer unter den ersten acht auf der Zeitenliste. Vor ihm waren die üblichen Verdächtigen, von denen viele schon am Freitag das Hafeneger-Endurance-Rennen gefahren waren und somit ein wenig Trainingsvorsprung hatten. 

Nach der Mittagspause hatte dann der vom vorhergehenden Event stammende Reifen endgültig ausgedient und Andree zog einen jüngeren angefahrenen Reifen hinten auf, der ihm im folgenden Turn zu konstanten 1:33er Rundenzeiten verhalf. Parallel zu den besseren Zeiten gab es aber nun ein zunächst vermeintlich leichteres Problem: Denn nach diesem Turn sprang auf einmal das Motorrad nicht mehr an. Wie sich herausstellte, war die Batterie leer. Sehr merkwürdig! 

Nach kurzer Ladezeit war aber wieder alles im Lot. So machte sich Andree dann zu den letzten zwei Turns mit einem neuen Hinterreifen auf die Piste. Die Mission war, die neueste Generation der Michelin-Reifen auf ihre Tauglichkeit zu testen – einen Reifen, den wir bisher nur vom Hören-Sagen her kannten. Nach zwei lockeren Runden hatte Andree dann aber ein gutes Gefühl für die neuen Reifen und pushte ein wenig mehr. Im Schlepptau – oder andere sagen: im Nacken – hatte Andree den Meister von 2015 Tobias Vogelei. Man merkte, dass die beiden sichtlich Spaß hatten. Damit war auch klar, dass der Reifen sehr gut funktionierte. (Ein bisschen Erfahrung mit dem Luftdruck und dann ist der Reifen echt eine Macht.) 

So kamen dann auch mehrere hohe 1:32er Runden zustande. Für Andree war das zufriedenstellend, weil er überall noch ein wenig Luft hatte! Gerade auch im Hinblick darauf, dass es für ihn im Rennen eigentlich immer noch rund eine Sekunde schneller und ein paar Plätze weiter nach vorne geht als im Training. Mit einer Zeit von 1:32.7 min qualifizierte er sich für Reihe zwei und den 6. Startplatz.

Der Sonntagmorgen wurde noch genutzt, um auch den Michelin Vorderradreifen zu testen. Eine Zeitenverbesserung gab es, wie bei allen 1000er Cup-Startern, dann aber nicht mehr. Was uns aber vielmehr den Vormittag über irritierte, war die Frage, wieso die Batterie nun nach jedem Turn schwächelte und z.T. nicht mehr genug Saft hatte, die BMW zu starten. Dieser Umstand trieb uns die Sorgenfalten ins Gesicht, denn ein Defekt an der Batterie kann unschöne Folgen haben.

Mit diesem Malus im Hinterkopf wurde für das Rennen um 15.30 Uhr alles vorbereitet. Neue Reifen wurden aufgezogen und eingebaut. Dann eine kurze Stärkung, um fit für das Rennen zu sein. Alles war super geplant, Andree war bereit – und dann? Fing es an zu tröpfeln. Neiiinn, das kann, darf und soll nicht sein. Gerade eben war noch bestes Wetter und jetzt das! Wenn es wenigstens richtig geregnet hätte, aber nein, es tröpfelte leicht vor sich hin. Eine Stunde vor dem Rennen waren sich alle unsicher, was sie machen sollten. Trockenreifen? Nein, Strecke zu nass! Regenreifen? Nein, Strecke zu trocken! Vorne Regenreifen und hinten Slick? Nee, geht auch nicht gut! Wenn es jetzt aufhören würde, könnte es wieder rechtzeitig trocken werden. Wenn … 

So warteten alle gespannt darauf, was mit dem Wetter passieren würde. Aber es wurde nicht mehr trocken. Schnell war der gute Trainingstag vergessen und alle hatten das Gefühl, es hätte schon den gesamten Sonntag nur geregnet. So entschieden sich 2/3 der Fahrer, nicht am Rennen teilzunehmen – auch Andree, der nicht nur über die Bedingungen unglücklich war, sondern auch noch die Ungewissheit mit der Batterie zu verdrängen hatte. Das Herz blutete zwar ein wenig, aber im Nachhinein war es die beste Entscheidung, die er hatte treffen können. Denn wie sich inzwischen herausgestellt hat, ist der Lichtmaschinenregler bei der BMW kaputt und hat zuviel Strom an die Batterie weitergegeben. Das kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass die Batterie explodiert. Und das genau unter dem Hintern des Fahrers. Feuerstuhl bekommt da eine ganz andere Bedeutung.

Zusammenfassend blicken wir mit einem weinenden und einem lachenden Auge auf das vergangene Cup-Event in Oschersleben und werden beim nächsten Lauf wieder richtig angreifen. Es findet, hoffentlich bei bestem Wetter, vom 8. bis 10. Juli im tschechischen Most statt.

 

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