Klimmzüge und andere Aufreger beim 2. Cup-Event in Most

Die Anfahrt in die Tschechei verlief problemlos. Vor Ort waren die Motorräder schnell ausgeladen, das Equipment verstaut und die Box schnell eingerichtet. Fertig war unsere Unterkunft für die nächsten Tage. Eine feine Bleibe, da wir die Box nur zu zweit gebucht hatten.
Die Strecke war für uns komplett neu. Wir waren bisher noch gar nicht bzw. nur für wenige Runden in Most gefahren. Somit wurde die Vorfreude mit einem gewissen Zweifel für die nächsten Rennen begleitet. Denn Most ist eine sehr trickreiche Strecke, die über viele kleine Besonderheiten verfügt.
Somit entschieden wir uns, einen Instruktor für einen Turn zu buchen. Hier konnten wir uns auf die erfahrene Marketa Janakova verlassen, die in Most vermutlich schon mehrere 1000 Runden in ihrer Karriere gedreht hat. Freitag und Samstagmorgen galt es anschließend, nochmal die Linie zu verfeinern, damit am Samstag das erste Rennen des Wochenendes starten konnte. 
Starten – da haben wir es wieder! Denn der Start ging gründlich in die Hose. Von Startplatz 5 ins Rennen gegangen fand ich mich nach der ersten Runde irgendwo um die 14. oder 15. Position wieder. In der ersten Runde war überhaupt noch kein vernünftiger Rhythmus für mich zu finden. Selbst Fahrer, die vom 18. Startplatz oder dahinter gestartet waren, waren auf einmal vor mir. Das gibts doch nicht?! Nachdem mich dann auch noch Fahrer überholten, die niemals nicht vor mir sein dürfen, kam ich doch langsam in Fahrt. Besser gesagt: der Blutdruck kam vermutlich in Fahrt.
Nachdem ich dann an einigen Fahrern vorbeigekommen war, stand nach der Zielflagge ein 9. Platz mit einer Zeit von 1.43,123 min auf dem Ergebniszettel. Ärgerlich, dass ich direkt auf dem Zielstrich noch von einem Fahrer, der hinter mir war, mit 2 Hunderstel überholt worden war. 
Von der Zeit her war es ok, aber der Platz ist verbesserungswürdig! Denn bei diesem hochkarätigen Cup ist es eh so schwer, nach vorne zu kommen, wenn es beim Start bzw. in den ersten Runden nicht klappt. Die Fahrer auf den Plätzen 5 bis einschließlich 15 fahren innerhalb von 1-2 Sekunden. Das ist schon sehr hochklassig! Über die ersten vier Plätze braucht man sich keine Gedanken machen. Ich glaube IMMER NOCH, die kürzen irgendwo ab.

Der Sonntagmorgen sorgte dann schon vor dem Eintreffen auf der Rennstrecke für Aufregung. Nur kurz zusammengefasst: zweckmäßiges tschechisches Hotel, Rezeption von 22 bis 10 Uhr unbesetzt, keine weiteren Gäste im Hotel, morgens um 8 Uhr Schlüssel wie besprochen im Hotel liegen gelassen – Portemonnaie leider auch.
Was nun ?! Gott sei Dank wiegt der Fahrer ja nur gefühlte 65 kg und die Dächer in Tschechien sind natürlich super stabil. Zum Glück war das Dachfenster von unserem Zimmer noch gekippt. Also war klettern angesagt. Nach gefühlt einer Stunde war vom Dach aus das Fenster in Sicht. Schnell noch den Körper elegant ins Fenster geschwungen, das Portemonnaie aufgesammelt und anschließend das Hotel auf zivilisiertem Wege durch die Tür wieder verlassen. Das hatte dann doch schon für den nötigen Kick gesorgt. Offensichtlich ist es ja nicht aufregend genug, „nur“ mit einem 200 PS starken Motorrad mit anderen Wahnsinnigen im Kreis zu fahren …
So in Form gebracht konnte das zweite Rennen nachmittags starten. Startplatz 5 galt immer noch. Der Start war um einiges besser als am Samstag. Die erste Ecke in Most ist eine sehr langsame Schikane. Hier hat es in der Vergangenheit schon viele schwere Unfälle gegeben. An diesem Wochenende ging hier aber zum Glück alles gut und wir kamen einigermaßen weg.
Nach der ersten Runde war ich auf Platz sieben oder acht. 
Besser als beim ersten Rennen. In der dritten Runde überbremste ein Fahrer vor mir sein Motorrad und rutsche aus. Bis auf Blessuren ist am Motorrad ist glücklicherweise jedoch nichts Schlimmes passiert.
Also weiter, bestmöglich Plätze gut machen, war die Devise. Das Überholen bei fast gleich schnellen Fahrern ist allerdings sehr schwierig. Aber nach drei Runden war endlich eine Lücke da, die ich nutzen konnte. Der nächste Fahrer vor mir hatte leider einen etwas zu großen Vorsprung und es waren nur noch zwei Runden, bis die Zielflagge geschwenkt wurde. 
Mit einem 6. Platz und einer Zeit von 1.42,679 min war dieses Rennen am Ende doch ganz gut. Besonders im Hinblick darauf, dass diese Strecke neu für uns war, lässt sich für den nächsten Termin auf einer bekannten Strecke doch einiges Positives erwarten.

Jetzt haben wir erst mal vier Wochen Pause, bis es zum dritten Event am 4. und 5. Juli nach Oschersleben geht.

Bis dahin eine gute Zeit!
Euer MES Racing-Team

PS: In den nächsten Tagen kommt das Video vom zweiten Rennen in Most.

Tabellenstand Hafeneger-Cup 1000 ccm:

1. Tobias Vogelei
2. Holger Schubert
3. Sven Gödicke

7. Andree Koch

9. Oliver Exner

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