MES Racing-Team: Hitzeschlacht in Oschersleben

Samstagmorgen, 8.30 Uhr, erster Turn, 30° Grad, wolkenlos.

Wahnsinn! Sich bei diesen Temperaturen in den Lederkombi zu stecken, ist an sich schon eine schweißtreibende Aufgabe. Dann aber noch 20-min-Turns auf einem Motorrad unter höchster Anspannung um die Rennstrecke zu fahren, hat schon was von Ironman. Die einzige Möglichkeit der Abkühlung war ein großes Planschbecken, das wir uns am Freitag aufgebaut hatten. Das Wasser war kalt – aber genau richtig, um die gefühlten 100° C im Körper nach unten zu bringen. So ging es am Samstag immer abwechselnd in den Lederkombi und dann wieder in den Pool.

Trotz der heißen Temperaturen waren die Rundenzeiten wieder auf einem sehr hohen Niveau. Auch wir konnten uns mit konstanten 1.33.xx-Zeiten unter den ersten fünf auf der Zeitenliste wiederfinden. Das war doch echt in Ordnung! Zumal ich hinten mit einem Medium-Reifen fuhr, der bei den vorherrschenden Temperaturen schon schnell an seine Grenzen kommt.

Das Wetter sollte auch für Sonntag heiß und sonnig bleiben. Somit entschieden wir uns,  gleich einen weicheren Hinterradreifen aufzuziehen, um morgens bei noch „kühlen“ Temperaturen (35° C) eine noch bessere Qualifikationszeit zu erreichen. Also raus auf die Strecke, eine kurze Aufwärmrunde und dann Vollgas. Erste schnelle Runde,  Zeit vom Vortag mit 1.33.0 min bestätigt, zweite Runde 1.32.98. Geht doch! Bei den Temperaturen eine Zeit unter 1.33 min ist schon sehr ordentlich.

Der Laptimer hat eine rote Best-Lap-Lampe, die angeht, wenn eine schnellere Rundenzeit als bis dahin erreicht ist. Diese leuchtete mich nach dem ersten Sektor fröhlich an. Im Verbund mit -0,7 Sekunden. Holla, dachte ich mir, dann wollen wir mal gucken, ob es eventuell auch mit einer 1.31.xx klappt.

Mit diesem Ziel vor den Augen alles geben. Spät anbremsen zur Hasseröder, Schräglage und die Bremse noch richtig ordentlich halten, Knie auf dem Boden und jetzt leicht runter von der Bremse.

Zack, ab ging die wilde Lutzi!! Aber leider nicht wie gedacht durch die Kurve, sondern über das Vorderrad ins Kies. Zweimal gepurzelt und geguckt, wo ich war: Super, mitten im Kies. Rund 35° C. Ich musste am Baggersee rausgekommen sein. Oh halt, doch nicht. Hasseröder! Und wo war das Mopped?! Etwa 5 Meter weg.

Ok, also schnell dahin, die BMW aufgehoben und geguckt, ob alles dran war.

Der erste Blick zeigte, dass alles ok war. Verdammt. Das war so nicht der Plan ;-(. Also zurück in die Box. Nachdem ich dort das Motorrad von den restlichen Steinen befreit und nochmal alle Teile nachgeschaut hatte, war klar: wirklich nichts Wildes passiert. Wenn Stürze, dann bitte immer genau so. Fahrer und Mopped bereit für die nächsten schnellen Runden.

Also, zweiter Turn. Raus auf die Strecke. Alles fühlte sich sehr gut an. Deutsche Wertarbeit,  dachte ich. Bereit für das Rennen. Zur Info: Da es sich an diesem Cup-Wochenende um eine Zwei-Tages-Veranstaltung handelte, gab es nur ein Rennen, nicht wie bei den Drei-Tages-Veranstaltungen, bei denen es am Samstag ein Rennen und am Sonntag dann ein zweites gibt.

Also, von Startplatz 6 gings los. Vor mir auf Platz 5 ein Gaststarter. Der zählte für mich in der Punktewertung also nicht. Warm-up-Lap fertig, links außen auf meinen Startplatz gestellt und das Mopped vorbereit. Nach dem Update hatte die BMW jetzt eine Launch-Control, die das Starten vereinfachen soll. Das hat beim Ausprobieren morgens auf dem Parkplatz auch hervorragend funktioniert. So sollte es doch auch hier sein.

Also, LC an, Gas auf (rund 8000 U/min) und dann auf die Ampel warten.

Ampel: an, Ampel: aus. Kupplung kommen lassen: Mopped AUS!!! HILFEEEE.

Das ganze Starterfeld schoss los, nur ich nicht. Schnell die Hand gehoben, damit den nachfolgenden Fahrern signalisiert wurde: Achtung; hier steht einer.

Zum Glück hatten alle sehr gut aufgepasst und keiner traf mich. Gibt’s doch nicht?! Jetzt hat man hier schon elektronische Hilfe und dann versagt das Ding auf ganzer Breite. Oder ich selber?! Keine Ahnung, das muss noch herausgefunden werden.

Mit Wut im Bauch konnte ich dann endlich auch losfahren. Das Feld war vorne schon in die erste Kurve eingebogen. Platz 28 oder so. Ade, du toller Startplatz. Ade, die Chance, in die Nähe des Podiums zu kommen. In der ersten Runde konnte ich aber wieder aufschließen und es gelang mir sogar, an mehreren Fahrern vorbeizukommen. Elf Runden sind bei solchen Temperaturen lang, aber für mich leider nicht lang genug. Das Rennen hätte gerne 18 oder 20 Runden haben können.

So kämpfte ich mich vom letzten Platz nach unzähligen Überholvorgängen schlussendlich auf die 8. Cup-Platzierung nach vorne. Das war in Anbetracht dieses Starts noch sehr gut gefahren. Vor allem konnte ich so noch wichtige Meisterschaftspunkte einfahren. Die Enttäuschung war aber natürlich groß.

Meine gefahrene Zeit hätte für Platz 4-6 gereicht, eventuell wäre durch den Ansporn der vorausfahrenden Fahrer vor mir eine noch bessere Rundenzeit möglich gewesen?! Aber „hätte, wäre, wenn“ – das zählt alles nicht.

Somit sind wir zufrieden, dass der Rutscher glimpflich und das Rennen, in Anbetracht des Starts, „ok“ ausgegangen sind.

 

Jetzt ist erstmals bis Anfang September Pause mit dem Cup.

Dann geht es nach Most zu den nächsten zwei Läufen.

 

 

 

Platzierungen nach dem fünften Lauf:

1

Tobias

Vogelei

120

2

Holger

Schubert

105

3

Sven

Gödicke

80

4

Raphael

Fehr

50

5

Andree

Koch

43

6

Oliver

Exner

40

7

Daniel

Schmitz

39

8

Matthias

Sturm

37

9

Christoph

Nave

35

10

Uwe

Stark

34

11

Aaron

Haltiner

21

12

Matthias

Herrmann

20

13

Yannick

Itin

19

14

Raffael

Marl

18

15

Hans

Liesenfeld

17

16

Chris

Fricke

7

17

Joachim

Heiler

6

18

Sascha

Hasanovic

4

19

Volker

Thiel

2

20

Marcus

Michael

2

21

Ralf

Berkemann

1

22

Peter

Tyniec

751

0

23

Thomas

Busch

9

0

24

Thomas

Schlögl

163

0

25

Hermann

Schmitz

30

0

26

Sebastian

Lucas

185

0

27

Stefan

Reuscher

25

0

28

Bastian

Zuber

49

 

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